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Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie ein neuer Ansatz zur Rückfallprophylaxe bei Depressionen Mindfulness-Based Cognitive Therapie - MBCT entwickelt von Profs. Williams, Teasdale und Segal Rückfallrisiko bei Depressionen Eines der Kernprobleme bei depressiven Störungen ist, dass auch nach Abklingen einer akuten Episode das Risiko eines erneuten Auftretens der Depression hoch ist. Mindestens 50% der PatientInnen, die sich von einer depressiven Episode erholt haben, erleiden wieder einen Rückfall. Betrachtet man Personen, die bereits mehrere depressive Episoden hatten, so erhöht sich das Rückfallrisiko nochmals deutlich: 70-80% von ihnen erleiden eine weitere depressive Phase. Die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie ist ein Therapieverfahren, das entwickelt wurde, um Personen vor einem depressiven Rückfall zu schützen. Es kombiniert Elemente aus dem achtsamkeitsbasierten Stressbewältigungsprogramm MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) von Prof. Jon Kabat-Zinn mit Techniken der Kognitiven Verhaltenstherapie in einem 8-Wochen-Kurs. Dieser besteht aus acht Gruppentreffen à 2,5 Stunden und einem Tagesseminar ("Tag der Achtsamkeit"). Vor- und nachher findet ein ausführliches Einzelgespräch statt. Achtsamkeit bedeutet, auf eine ganz bestimmte Weise mit seinen Gedanken und Gefühlen umzugehen. Da sich bei depressiven Menschen die Gedanken häufig verselbstständigen und wie von einem "Autopiloten" auf Einbahnstraßen gelenkt werden, lernt man im Achtsamkeitsprogramm, aus diesen Gedankenschleifen auszusteigen und sich ins Hier und Jetzt zurückzuholen. Dieser wache und bewusste Umgang mit sich selbst kann geschult werden. Das Programm beinhaltet Atem-Meditationen und achtsame Körperübungen, die den TeilnehmerInnen helfen, sich immer mehr der Veränderungen, die im Geist und im Körper von Moment zu Moment geschehen, bewusst zu werden. Außerdem beinhaltet es grundlegende Informationen zum Thema Depressionen und Übungen der Kognitiven Verhaltenstherapie, die die Verbindung zwischen Denken und Fühlen hervorheben. Um die Achtsamkeitspraxis in den Alltag zu integrieren, Frühwarnsymptome möglichst rechtzeitig wahrzunehmen und so depressive Rückfälle zu vermeiden, ist es notwendig, die Übungen zu Hause täglich zu praktizieren. Dazu erhalten die TeilnehmerInnen CDs mit Übungsanleitungen und ausführliches schriftliches Material zum Nacharbeiten der Sitzungen. Das Programm richtet sich an Personen, die akut nicht depressiv sind, aber bereits mehrere depressive Episoden erlebt haben. Forschung Erste wissenschaftliche Studien lassen darauf schließen, dass die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie eine wirkungsvolle Methode ist, das Rückfallrisiko bei PatientInnen mit drei oder mehr vorangegangenen depressiven Episoden zu reduzieren. An der Ruhr-Universität Bochum findet derzeit ein Forschungsprojekt statt, bei dem die Wirkungsweise dieses Verfahrens untersucht wird. Literatur aktuell: Williams, M., Teasdale, J., Segal. Z. & Kabat-Zinn, J.(2009). Der achtsame Weg durch die Depression. Freiburg: Arbor-Verlag Segal, Z. V., Williams J. M. .& Teasdale, J. D. (2008) Die Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie der Depression. Ein neuer Ansatz zur Rückfallprävention. Tübingen: DGVT-Verlag Michalak, J. & Heidenreich, T. (2004). Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie zur Rückfallprophylaxe bei Depressionen. In T. Heidenreich & J. Michalak (Hrsg.), Achtsamkeitund Akzeptanz in der Psychotherapie. Ein Handbuch (S. 193-245). Tübingen: DGVT-Verlag. Weitere Informationen erhalten Sie auch über den MBSR-MBCT-Verband: www.mbsr-verband.org Sie können hier außerdem ein Faltblatt herunterladen: Download Faltblatt MBCT in Bremen Der nächste Kurs beginnt voraussichtlich im Frühjahr 2011 Nähere Angaben finden Sie zu gegebener Zeit unter "aktuelle Termine".
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